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Der Hain-Wachtelweizen (Melampyrum nemorosum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wachtelweizen (Melampyrum) in der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Hain-Wachtelweizen ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 10 bis 30, selten bis zu 60 Zentimetern erreicht. Der beblätterte, aufrechte Stängel ist stark verzweigt.
Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die ganzrandige Blattspreite ist bei einer Breite von 15 bis 35 selten bis zu 40 Millimetern ei-lanzettlich.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Mai bis September. Der Blütenstand enthält einseitswendige, gelbe Blüten; breit-herzförmige, blauviolett überlaufene Hochblätter darüber bilden einen auffälligen Farbkontrast zu diesen. Die Blütenkelche sind wollig-zottig behaart und die Kelchzähne sind dreieckig-lanzettlich.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.
Ökologie
Da sich die Wurzeln des Hain-Wachtelweizens in die Wurzeln benachbarter Gräser bohren und diesen so Wasser und Nährstoffe entziehen, wird er zu den Halbschmarotzern gezählt. Der fleischige Anhang der weizenkornähnlichen Samen wird gern von Ameisen verzehrt. In der Ähnlichkeit des Samens mit dem Weizenkorn dürfte auch die Herkunft eines Teils des Namens begründet sein.
Der Hain-Wachtelweizen wird von den Rostpilzen Coleosporium melampyri und Cronartium flaccidum mit Uredien und Telien befallen.
Vorkommen
Melampyrum nemorosum ist in Eurasien weitverbreitet. Der Hain-Wachtelweizen ist im europäisch-sibirischen Raum von den Niederungen bis in Gebirgslagen anzufinden. Er gedeiht am besten im Halbschatten von Gebüsch- und Waldrändern. Er ist in Mitteleuropa pflanzensoziologisch eine Verbandscharakterart des Carpinion, die oft angereichert in Origanetalia-Säumen oder in Prunetalia-Gesellschaften vorkommt. In Europa kommt er in den meisten Ländern vor und fehlt nur in Portugal, Großbritannien, Irland, Belgien, den Niederlanden, Island, Norwegen, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Albanien, Nordmazedonien, Bulgarien, Griechenland und der Türkei. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w (mäßig feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Melampyrum nemorosum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 605. Synonyme für Melampyrum nemorosum L. sind: Melampyrum debreceniense Rapaics, Melampyrum moravicum Heinr. Braun, Melampyrum nemorosum subsp. debreceniense (Rapaics) Soó, Melampyrum nemorosum subsp. moravicum (Heinr. Braun) Čelak., Melampyrum nemorosum subsp. silesiacum Ronniger, Melampyrum nemorosum subsp. zingeri Ganesch.
Literatur
- Hans Christian Weber: Parasitismus von Blütenpflanzen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1993, ISBN 3-534-10529-X.
- Hans Christian Weber: Schmarotzer: Pflanzen, die von anderen leben. Belser, Stuttgart 1978, ISBN 3-7630-1834-4.
Einzelnachweise
Weblinks
- Hain-Wachtelweizen. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Steckbrief und Verbreitungskarte für Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns.
- Thomas Meyer: Wachtelweizen Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
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