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Naturführer

Hoher Rittersporn

Delphinium elatum
Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)


(Alle Credits und Rechte der Wikipedia-Quelle gelten)

Der Hohe Rittersporn (Delphinium elatum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Rittersporne (Delphinium) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Merkmale

Der Hohe Rittersporn ist eine ausdauernde Pflanze, die Wuchshöhen von 80 bis 200 Zentimeter erreicht. Sie ist eine Rhizom- und Pleiokorm-Pflanze. Der Stängel ist aufrecht, einfach und zerstreut behaart. Die Blätter sind stängelständig, langgestielt, handförmig und bis über die Mitte hinaus drei- bis siebenteilig, die Abschnitte sind geschnitten-gesägt. Die Blüten sind blau bis violett gefärbt und in einer Traube angeordnet. Diese ist groß, mehr oder weniger dicht, endständig und hat geteilte bis lanzettliche Tragblätter. Von den 5 Blütenblättern sind die unteren 4 eiförmig, das oberste hat einen langen und oft runzeligen Sporn. Die 4 Nektarblätter sind frei, dunkelbraun gefärbt und innen weiß behaart, die zwei oberen sind gespornt. Die Vorblätter sitzen am Blütenstiel dicht unter der Blüte an und überlappen diese. Die Blütenhüllblätter sind hinfällig. Die 3 (bis 5) Fruchtblätter sind kahl. Es werden meist 3 Balgfrüchte pro Blüte gebildet. Diese sind kahl und bis 15 Millimeter lang. Die Oberfläche der Samen ist mehr oder weniger glatt.

Blütezeit ist von Juni bis August.

Die Chromosomenzahl ist 2n = 32.

Vorkommen

Der Hohe Rittersporn kommt in mehreren Unterarten vom warmgemäßigten bis kühlen Europa in den Französischen Alpen über die Ostalpen, die Karpaten und den Balkan bis nach Asien in lichten Wäldern, feuchten Schuttfluren, subalpinen Hochstaudenfluren, Grünerlengebüschen und Bachrändern in Höhenlagen bis 2000 Meter vor. Die Art ist auf Silikat und Kalk zu finden. Er gedeiht in Gesellschaften des Verbands Adenostylion. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4 (sehr feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).

Taxonomie und Systematik

Der Hohe Rippersporn wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 531 als Delphinium elatum erstbeschrieben.

Unterarten

Der Hohe Rittersporn tritt in Europa in mindestens vier Unterarten auf:

  • Delphinium elatum subsp. austriacum Pawl.: Bie dieser Unterart sind die Nektarblätter von gleicher Farbe wie die Blütenhüllblätter. Sie kommt nur in Salzburg, Kärnten und in der Steiermark vor.
  • Delphinium elatum subsp. cryophilum (Nevski) Jurtzev, kommt nur auf der Insel Kolguyev in der russischen Arktis vor. Die Unterart wird auch als Synonym von Delphinium elatum subsp. elatum angesehen.
  • Delphinium elatum subsp. elatum: Bei dieser Unterart sind die Nektarblätter schwärzlich oderschwarzbraun. Sie kommt in den mittel- und südosteuropäischen Gebirgen, im Norden Russlands und Asiens bis Jakutien und zur Mongolei vor. In Mitteleuropa kommt sie in der Schweiz in den Kantonen Bern und Graubünden, in Liechtenstein, in Österreich in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Osttirol und Steiermark und tschechisch-polnischen Riesengebirge vor.
  • Delphinium elatum subsp. helveticum Pawl.: Sie kommt nur in Frankreich, in der Schweiz und in Vorarlberg vor.
  • Delphinium elatum subsp. nacladense (Zapał.) Holub: Sie kommt in den Karpaten in Polen, Rumänien und in der Ukraine vor.
  • Delphinium elatum subsp. polatschekii Starm.: Die Unterart wurde 2000 erstbeschrieben. Sie kommt nur in Österreich vor. Das Epitheton ehrt den österreichischen Botaniker Adolf Polatschek (1932–2015), der sie entdeckt hat.

Nutzung

Der Hohe Rittersporn wird verbreitet als Zierpflanze in Staudenbeeten genutzt. Die Art ist seit spätestens 1578 in Kultur. Sie ist auch der wichtigste Elternteil der Garten-Rittersporne, das sind Hybriden unter Beteiligung von Delphinium elatum, die in Gärten kultiviert werden. Als „Gartenrittersporn“ wird aber auch der Garten-Feldrittersporn (Consolida ajacis) bezeichnet, der mit diesen Delphinium-Hybriden nicht näher verwandt ist.

Trivialnamen

Für den Hohen Rittersporn bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen Bergrittersporn (Hessen) und Hochmut.

Literatur

  • Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. (Steinbachs Naturführer). Mosaik Verlag, München 1996, ISBN 3-576-10558-1.
  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.

Quellen

Weblinks

  • Hoher Rittersporn auf FloraWeb.de
  • Hoher Rittersporn. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
  • Hoher Rittersporn – Steckbrief und Verbreitungskarte für Bayern. In: Botanischer Informationsknoten Bayerns
  • Verbreitung auf der Nordhalbkugel nach: Eric Hultén, Magnus Fries: Atlas of North European vascular plants 1986, ISBN 3-87429-263-0
  • Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)
  • Zur Giftigkeit des Hohen Rittersporns


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